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Kawasaki KLX 508 '81

Die folgende Kawasaki KLX 508 wurde ebenfalls von Rolf Witthöft erbaut. Rolf baute diese 508er Kawas nach seiner aktiven Zeit bei BMW um gelegentlich noch an ausgewählten Veranstaltungen teilzunehmen. Insgesamt wurden drei Stück von dieser 508er erbaut. Allerdings sind nur noch zwei davon "am Leben". Eine davon besitzt Rolf Witthöft noch und eine gehört meinem Vater. Die dritte ist wohl als Teileträger noch bei Rolf Witthöft vorhanden. Angeregt wurde der Bau zusätzlich durch den Faible zu den 4-Taktern meines Vaters und der damaligen engen Beziehung zu Kawasaki.

Kommen wir nun aber zu den technischen Details des Motorrades:
Die Basis dieser 508er bildet die KLX 250 aus den Jahren 1980 und 81. In das Fahrgestell der 250 wurde dann der Motor einer LTD 440 eingebaut. Ein Bild einer LTD 440 findet man hier (Quelle: www.bikez.com). Da der Motor deutlich größer ist als der kleine 250ziger mußte der Rahmenunterzug komplett geändert werden. Vergleicht man die Rahmen der KLX 250 (siehe Bilder in der Rubrik KLX 250) und der modifizierten KLX 508, fällt auf, dass ein Doppel-Rahmenunterzug konstruiert wurde. Dabei wurde damals laut Auskunft von Rolf Witthöft ein spezieller Stahl verwendet, der jedoch leichter und trotzdem stabil ist als herkömmlicher Stahl. Der Umbau war nicht ohne, so die Aussagen von Rolf. Ein Nachbau ist wohl ohne weiteres nicht möglich.
Der Motor wurde auf insgesamt 508ccm erweitert. Hierfür wurden Kolben der legendären Z1000 verwendet. Des Weiteren wurde der Elktrostarter und somit auch die Batterie entfernt. Stattdessen wurde ein Kickstarter verbaut. Manch einer vermutet nun, dass sich die KLX schwer antreten läßt. Das ist aber weit gefehlt. Im Gegenteil die Kawa läßt sich hervorragend antreten; auch nach langer Standzeit oder bei extremer Hitze. Ebenfalls wurde die Zündanlage durch eine damals recht populäre und gewichtsoptimierte Kröber-Zündanlager getauscht.
Der Sprit floß zunächst durch zwei serienmäßige KLX 250 Vergaser, die jedoch rasch gegen zwei BING Vergaser getauscht wurde. Ja, genau die Teile, die bei den alten 2-Ventiler-Boxer Modellen von BMW verbaut wurden. Als Luftfilterkasten wurde der originale Kasten von der KLX 250 verwendet, jedoch für die zwei Vergaser erweitert. Als Tank wurde nicht der Kunststofftank der 250 verwendet, sondern der Blechtank der KL 250. Warum dies gemacht wurde, ist mir leider nicht bekannt. Ich vermute aber, dass es mit den Änderungen des Rahmens zu tun hat.
Die hintere Bremsvorrichtung wurde ebenfalls gewichtsoptimiert, so wurde kein starres Bremsgestänge aus Stahl verwendet, sondern ein herkömmlicher Seilzug. Die hinteren Seriendämpfer wurden gegen grüne Bilstein Dämpfer getauscht.
Da mein Vater in den 80ziger Jahren viel mit Kawasaki zu tun hatte, wurde an unserer KLX 508 eine andere Gabel verbaut. Diese weist nicht mehr die Trommelbremse der 250 auf, sondern besitzt bereits eine Scheibenbremse mit Stahlflexbremsleitung. Die Federgabel kann im Dämpfungsverhalten über ein Luftsystem eingestellt werden. Die Gabel wurde damals von einigen Werks-Motocross-Motorrädern von Kawasaki in den USA und auch in Deutschland verwendet. Eingespannt sind die Gabelholme in einer Gabelbrücke aus Magnesium. Die Kombination der Gabelbrücken und der Gabel ist nur einigen wenigen Werks-Motocrossern vorbehalten. Das macht unsere KLX 508 auch zu einem Einzelstück.

In den vergangenen Jahren haben wir der KLX noch neue Bilstein Dämpfer und einen leiseren Auspuff spendiert. Beides ist auf den Bildern noch nicht zu sehen. Die Bilder zeigen also den original Zustand der KLX 508:

 
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